Denkmalpreis 2006

Wohnhaus in Kallmünz

Das Gebäude Lange Gasse 14 liegt mitten in Kallmünz. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach. Die Dachtragwerkskonstruktion reicht in das Jahr 1537/1538 zurück. Zwar wurden der nordwestliche und der südöstliche Giebel, die ursprünglich Fachwerkskonstruktionen bildeten, später durch Mauerwerk ersetzt. Doch repräsentiert das Anwesen in seiner Gänze immer noch in eindrucksvoller Weise die Baukunst des 16. Jahrhunderts.

Unterlassener Bauunterhalt führte zu einer Gefährdung des Gebäudes. Deshalb entschlossen sich Karl und Angela Weigert, es instand zu setzen. Im Mittelpunkt stand zunächst der fast ein halbes Jahrtausend alte Dachstuhl. Es handelt sich bei ihm um ein Kehlbalkensparrendach mit liegenden Stuhlsäulen. Er besitzt vier Binder, zwei in der Mitte sowie jeweils einen an der südöstlichen und nordwestlichen Giebelseite. Die beiden mittigen sind als Hängewerk ausgearbeitet. Eine Längsaussteifung wurde erforderlich. Sie erfolgte an den beiden Seitenflächen durch Knieriegel und breite Andreaskreuze. Umfangreiche Maßnahmen an den aufsteigenden Mauern schlossen sich an; schwerwiegende Rissbildungen konnten beseitigt, eine bauzeitliche Balkenbohlendecke gehalten werden. Die historischen Steinplatten im Fletz des Erdgeschosses, die unter mehreren Bodenbelägen und Betonschichten verborgen waren, wurden freigelegt. Der Außenputz mit seiner originalen Farbgebung wurde wiederhergestellt.

 

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