Denkmalpreis 2010

Die „Villa Storflinger“ in Traunstein

Das Baudenkmal Herzog-Friedrich-Straße 2 in Traunstein besteht aus einem vierstöckigen Bürgerhaus mit Erkern, Balkonen und Türmchen. Ursprünglich diente es der alteingesessenen Traunsteiner Bürgerfamilie Storflinger als Stammsitz. Erhebliche Beschädigungen traten im Zuge von Straßenbaumaßnahmen im Jahr 1974 ein. Die unmittelbar an dem Gebäude vorbeiführende Bundesstraße verursachte Vibrationen, Abgase und Spritzwasser lösten unübersehbare Schäden aus.

Trotz der durch die Verkehrsbelastung entstandenen Beeinträchtigungen entschloss sich Alois Zollner, das ererbte Gebäude mit seiner reichen künstlerischen Ausstattung instand zu setzen. Zunächst wurde die noch vorhandene historische Ausstattung des Gebäudes gesichert. Dann ließ der Bauherr ein Instandsetzungskonzept entwickeln. Zwingende Vorgabe bildete dabei die Erhaltung des historischen Grundrisses über alle vier Stockwerke hinweg. Außerdem musste von Anfang an die Wiedergewinnung der künstlerischen Ausstattung des Gebäudes in die Überlegungen mit einbezogen werden. Der Dachstuhl und die Holzbalkendecken wurden saniert. Aufwändig gestaltete sich die Sicherung und Restaurierung des malerischen Schmucks von Wänden und Decken. Die barockisierenden Schablonenmalereien wurden wiederhergestellt, der Deckenstuck sorgfältig repariert. Ein besonderes Augenmerk widmete der Bauherr den 80 Bleiverglasungen. Soweit diese noch vorhanden waren, wurden sie restauriert, fehlende Scheiben wurden originalgetreu nachgeschaffen und in den vorhandenen Fensterbestand eingebunden. Auch der Ziegelzierputz der Fassade konnte nach eingehenden Voruntersuchungen originalgetreu wiederhergestellt werden.

Die Rettung dieser gründerzeitlichen Villa zeigt, wie auch in schwieriger Lage attraktives innerstädtisches Wohnen im Einklang mit dem Denkmalschutz verwirklicht werden kann.

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