Denkmalpreis 2017

Haus Bullachberg in Schwangau

Das Haus Bullachberg ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass das Engagement eines Einzelnen ein Baudenkmal retten kann. Gleichzeitig macht es deutlich, wie wichtig konservatorisches Handeln nicht nur für ein Gebäude, sondern für eine ganze Denkmallandschaft sein kann.

Der Bau entstand 1904 nach den Plänen des Architekten und Hofbaurates Eugen Drollinger, dem letzten Baumeister König Ludwigs II. Er diente als Sommersitz für den Münchner Unternehmer Emil Papenhagen, der die Villa bis in die 1920er Jahre nutzte, und ab 1927 für Rafael Prinz von Thurn und Taxis.

Seit den 1990er Jahren stand der Bau leer, der fehlende Bauunterhalt führte zu ersten Schäden. In den Folgejahren wurde das Wohnhaus zum Spekulationsobjekt. Ein Golfclub stand zur Debatte, und für ein Luxushotel wurde bereits das Baurecht erteilt. 2012 erwarb Elisabeth von Elmenau das Schloss mit Nebengebäuden und dazugehörigem Land: Sie wohnt dort und führt eine ökologische Landwirtschaft. Heute steht das Haus offen für Feriengäste und kulturelle Veranstaltungen.

Die historische Bausubstanz ist mit großen Teilen der Ausstattung erhalten. Bei der Restaurierung blieb die Raumdisposition unverändert, Restaurierungs- und Pflegearbeiten wurden behutsam ausgeführt. Elisabeth von Elmenau nutzt das Gebäude im ursprünglichen Sinn und hat sämtliche Kosten ohne öffentliche Fördergelder selbst getragen.

Einzigartig ist die außergewöhnliche landschaftsräumliche Situation: Der Bullachberg liegt in Schwangau, Ortsteil Alterschrofen, als kegelstumpfartige Erhebung unmittelbar nördlich von Schloss Neuschwanstein. Von hier bietet sich ein faszinierender Blick auf die Kette der Allgäuer Alpen mit den beiden Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau.

 

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