Denkmalpreis 2001

Das „Kaplan-Haus“ in Heideck

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen zweigeschossigen Fachwerkbau mit vorkragendem Ober- und Dachgeschoss in hervorragender städtebaulicher Lage. Unmittelbar neben der 1419 geweihten Frauenkapelle gelegen, ist es mit dieser seit dem Zeitpunkt seiner Erbauung im Jahre 1421, der durch eine dendrochronologische Untersuchung bestätigt wurde, verbunden. Trotz partieller Überarbeitungen im 17. bis 19. Jahrhundert stellt das Kaplanhaus ein herausragendes Zeugnis spätgotischer Profanarchitektur in Mittelfranken sowie eines der anschaulichsten Dokumente mittelalterlicher Wohnkultur in diesem Raum dar. Als das Gebäude 1989 zum Verkauf stand, war es infolge lange vernachlässigten Bauunterhalts schwerst geschädigt.

Trotz der außerordentlichen Schäden erwarben es Holger und Jacqueline Wilcke 1989. Umfangreiche Bestandsuntersuchungen wurden vorgenommen; archäologische Grabungen im Erdgeschoss erforderten einen hohen Aufwand. Da Holger Wilcke beruflich als Restaurator tätig ist, konnte er, unterstützt von seiner Familie, selbst zahlreiche Arbeiten durchführen. Dabei legte er Wert darauf, das Gebäude mit den am Bau vorgegebenen tradionellen Arbeitstechniken wieder bewohnbar zu machen. Die Lehmgefache und die Dämmungen wurden mit Lehm ergänzt. Alte handgestrichene Biberschwänze fanden bei der Neueindeckung des Daches Verwendung. Sorgfältig wurde das Fachwerk repariert, beim Außenanstrich ging man nach Befund vor. Größte Behutsamkeit zeichnet auch die Restaurierung der Innenräume aus. Der historische Grundriss der Räume wurde weitgehend beibehalten, die Bohlenbalkendecken instand gesetzt. Insgesamt dauerten die Arbeiten mehr als zehn Jahre mit 5.500 Arbeitsstunden.

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