Denkmalpreis 2006

Das „Balzerhaus“ in Arzberg

Das Anwesen Spitalstraße 7 in Arzberg liegt am Rand des historischen Stadtkerns. Es handelt sich um ein eingeschossiges, traufständiges Wohnstallhaus, das dendrochronologisch auf das Jahr 1728 datiert werden kann. Eine hölzerne Laube mit profilierten Stützen zeichnet das Gebäude an der östlichen Straßenfront in auffallender Weise aus. Die Fachwerkaußenwände wurden durch Steinwände ersetzt. Im Inneren hat sich der historische Grundriss mit einer dreizonigen Gliederung, dem Wirtschaftsteil, einem gewölbten Stall und einer Wohnstube, erhalten. Historisch bedeutend sind die Bohlenbalkendecke der Stube und die Fenster aus dem 19. Jahrhundert.

Das Gebäude stand viele Jahre leer. Undichte Stellen in der Dachhaut führten zu Hausschwamm und zu Fäulnisschäden. Damals entschloss sich Marianne Burger, die in dem Gebäude geboren wurde, das Haus von ihrer Mutter zu übernehmen, es trotz des schlechten Bauzustands instand zu setzen und darin zu wohnen. Sie befreite die Bohlenbalkendecke in der Stube von Verputz und älteren Farbresten und sorgte persönlich dafür, dass das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes außen wie innen wiederhergestellt wurde. Finanziell verausgabte sie sich bis zur Grenze der Zumutbarkeit. Auf diese Weise ist es gelungen, ein für die Geschichte Arzbergs, dessen alter Häuserbestand im Jahr 1867 einem verheerenden Stadtbrand zum Opfer gefallen war, wichtiges Gebäude aus dem 18. Jahrhundert zu retten.

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