Denkmalpreis 2002

Schloss Kunreuth

Als Graf und Gräfin von und zu Egloffstein 1993 das elterliche Gut, die Grafschaft Pappenheim, übernahmen, sahen sie sich insbesondere mit dem bedeutenden baulichen Erbe der ehemals reichsunmittelbaren Grafen von und zu Pappenheim konfrontiert. Die weitläufige, seit dem 13. Jahrhundert bezeugte Burganlage gehörte ebenso dazu, wie das malerische im 16. Jahrhundert entstandene Alte Schloss mit seinen Nebengebäuden und Parkanlagen, das 1819/1820 von Leo von Klenze entworfene, vornehme, große klassizistische Neue Schloss, das ehemalige, schon im frühen 16. Jahrhundert aufgelassene Augustinerkloster mit Kirche und Konventgebäude sowie zwei vor der Stadt angesiedelte Höfe und manch anderes Einzelbaudenkmal. Schritt für Schritt machten sie sich an die Instandsetzung der vielfältigen Monumente.

Zunächst wurde der umfangreiche Burgkomplex restauriert. Alle Mauern und die gesamten historischen Geländestrukturen, vor allem der Burggräben, wurden in ihrer geschichtlichen Überlieferung wieder sichtbar gemacht. Danach wurde der bereits stark verfallene Komplex des ehemaligen Augustinerklosters einer Gesamtinstandsetzung zugeführt. Auch das für das historische Erscheinungsbild von Pappenheim bedeutsame Alte Schloss wurde außen und innen gründlich wiederhergestellt. Dabei legten die Eigentümer größten Wert auf die Erhaltung der historischen Aussagekraft des Hauses. Das schlichte, barocke Treppenhaus schmücken heute wieder die originalen Baluster und geschnitzten Vasen.

Die jüngste Initiative schließlich galt dem Neuen Schloss. Hier ging es insbesondere darum, die Bel Etage mit ihren Festräumen instand zu setzen. Kostspielig gestaltete sich insbesondere die Restaurierung der klassizistischen Ausmalung sowie der historischen Beleuchtungskörper. In den beiden letzten Jahren schließlich rundete die Instandsetzung der in der Umgebung der Stadt gelegenen Höfe, vor allem der Anlage von Mittelmarter, das bisherige Maßnahmenpaket ab.

Neben dem fachlich- denkmalpflegerischen Engagement, das Graf und Gräfin Egloffstein aus der historischen Verpflichtung ableiten, die ihnen das ererbte, historische bauliche Gut auferlegt, prägt sie auch der Wunsch, einen Beitrag zur Entwicklung des Ortes Pappenheim im Hinblick auf seine aussagekräftige, historische Erlebbarkeit, zu leisten. Dass sich die kleine Stadt heute in ihren wesentlichen Baudenkmälern als historische Gemeinde präsentiert, ist auch der Initiative und Tatkraft der beiden Preisträger zu verdanken.

 

Schloss Kunreuth

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