Denkmalpreis 2005

Das „Kathanhaus“ in Augsburg

Ausgezeichnet durch eine prachtvolle Fassadenmalerei aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zählt das „Kathanhaus“ zu den besonders wertvollen historischen Gebäuden der alten Fugger-Stadt Augsburg und seine fachgerechte Instandsetzung zu den vorbildgebenden denkmalpflegerischen Maßnahmen im Regierungsbezirk Schwaben.

Das Haupthaus besteht aus zwei rechtwinklig zueinander stehenden Gebäudeflügeln zu vier Fensterachsen an der Südseite und zu sieben Fensterachsen zur Ostseite. Erschlossen wird das Anwesen durch eine breite, gewölbte Tordurchfahrt. Der Gebäudegruppe kommt wegen der Fassadenmalerei besonderer Rang zu. Über dem rustizierten, als Sockel gestalteten, Erdgeschoss entfaltet sich die flächendeckende Außenbemalung mit stockwerkübergreifenden Pilastern als vertikalen Gliederungselementen. Scheinarchitektur umrahmt die Fenster. Auf Wolken schwebende Heilige beleben die Flächen zwischen den Fensterreihen.

Schwere Schäden hatten sich insbesondere an der aus dem „Unterputz“ und dem „Oberputz“ mit der historischen Malschicht bestehenden Fassadenmalerei breitgemacht. Durch Verwendung unsachgemäßer Materialien bei früheren Instandsetzungsversuchen war eine schwere substantielle Gefährdung entstanden. Die Restaurierung des „Kathanhauses“ wurde seit 1998 mit größter Sorgfalt nach strengen denkmalpflegerisch-fachlichen Gesichtspunkten betrieben. Das gilt nicht nur für die Fassadenmalereien – das ästhetische Gesamtbild der Fresken konnte dem ursprünglichen Erscheinungsbild, wie es sich im 18. Jahrhundert präsentierte, wieder nahegebracht werden –, sondern ebenso für das Gebäude im Ganzen. Der von Weißfäule befallene Dachstuhl mit seiner zweigeschossigen Kehlbalkenkonstruktion wurde handwerklich repariert. Dasselbe gilt für die Sterntüre in der Eingangshalle und die historischen Kastenfenster. Bei diesen konnten die Fensterstöcke sowie die historischen Beschläge und Verschlüsse gehalten werden.

Hans Greiffenberger engagierte sich bei der Instandsetzung der Gebäudegruppe des „Kathanhauses“ in herausragender Weise. Persönlich achtete er darauf, dass auch bis in das letzte Detail hinein behutsam und sorgfältig gearbeitet wurde. Mit der Restaurierung des „Kathanhauses“ ist ein anschauliches Dokument barocken Bürgerstolzes der freien Reichsstadt Augsburg für die Allgemeinheit zurückgewonnen worden.

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