Denkmalpreis 1989

Fachwerkhaus in Nördlingen

Sein Hobby ist Kunstgeschichte, und über die Kunst ist er zum Bauen, genauer gesagt zum „Umbauen“, zum Restaurieren, gekommen. Glücklich und voller Stolz berichtet Michael Kolmerer in der ehemaligen „Lodweberstube“ seines Hauses an der Mühlgasse in Nördlingen (Landkreis Donau-Ries), wie er sein Abenteuer „Baudenkmal“ im Alter von 44 Jahren begann.

Lange hatte der gebürtige Münchner zusammen mit seiner Frau Gisela geliebäugelt, ein altes Haus in der Landeshauptstadt München zu kaufen und zu sanieren – aber dafür reichte das Geld nicht. In der ehemals Freien Reichsstadt Nördlingen fand er inmitten der historischen Altstadt ein fast baufälliges Bürgerhaus aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert, in dem einst die Lodweber ihr Handwerk betrieben. Beherzt kaufte er der Stadt den zweigeschossigen Fachwerkbau ab und zog mit seinem Archtitekten die Sanierung innerhalb eines Jahres durch. „Man muss es ehrlich mit alten Häusern meinen“, betont der gelernte Bankfachwirt, „und auf die Erhaltung alter Bausubstanz achten“. Unterstützung fand er auch beim Landesamt für Denkmalpflege und beim Kultusministerium, auch wenn die Zuschüsse bescheiden waren. „Wichtig“, so Kolmerer, „ist eine genaue Bestandsuntersuchung bevor man an ein solches Objekt herangeht, sonst kann es böse Überraschungen geben“. Das Ehepaar freilich erlebte eine angenehme: Bei der Sanierung wurde eine alte Balkendecke aus dem 16. Jahrhundert entdeckt und liebevoll restauriert.

So beeindruckt von der Leistung privater Bauherren war die Jury des Denkmalpreises, dass sie im Jahr 1989 unter zahlreichen Bewerbern aus ganz Bayern Gisela und Michael Kolmerer den Denkmalpreis zuerkannte.
(Text: Carl Völkl)

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