Denkmalpreis 2003

Pfarrhof in Meilenhofen

In unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche steht das Pfarrhofensemble. Die lange Dauer seiner Existenz dokumentieren Reste eines Vorgängerbaues von 1540, die im Hauptgebäude aufgefunden wurden. Das steingedeckte Pfarrhaus, wie es heute erscheint, reicht in das Jahr 1616 zurück. Eine Wappentafel erinnert an den Bauherren, den Eichstätter Fürstbischof Christoph von Westerstetten. Zum Ensemble gehört auch ein Anbau zum Hauptgebäude; 1756 errichtet, diente er im Erdgeschoss als Kuhstall und im ersten Geschoss als Wohnung für den Kaplan. Nach dem Ableben des letzten Pfarrers stand das Gebäude viele Jahre leer. Ein Bauunterhalt unterblieb. Einsturzgefahr, insbesondere beim Anbau, trat ein.

Trotz des schlechten Bauzustands entwickelten Wolfgang und Edith Sigl Sympathie für die historische Gebäudegruppe. 1997 entschlossen sie sich, den Pfarrhof zu erwerben, um darin zu wohnen. Mit großer Sorgfalt setzten die neuen Eigentümer die Restaurierungsmaßnahme in Gang. Durch Verpressen und Verspannen konnten die Dachwerke saniert werden. Die Außen- und Innenmauern mit einer Gesamtlänge von etwa 100 Metern wurden unterfangen. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Bauherrn den historischen Innenräumen. Das stuckierte Bischofszimmer im ersten Obergeschoss wurde ebenso sorgfältig restauriert wie die anderen Räume. Dabei gelang es auch, ursprüngliche Schablonenmalereien wieder zu gewinnen. Behutsam wurde der Eingangsbereich mit Kalksteinpflaster und Schotter gestaltet. Bei allen Maßnahmen legte das Ehepaar Sigl, unterstützt von vielen Familienangehörigen, selbst Hand an. Alle zusammen investierten etwa 10.000 Arbeitsstunden in das Instandsetzungsvorhaben. Heute präsentiert sich das Pfarrhofensemble wieder in seiner alten Schönheit. Es bildet einen bemerkenswerten Blickfang im historischen Ort Meilenhofen.

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