Denkmalpreis 2010

Fabrikgebäude in Bamberg

In der Peripherie Bambergs befinden sich einige charakteristische Industriegebäude aus der Gründerzeit, die in der öffentlichen Wahrnehmung hinter der mittelalterlichen und barocken Bausubstanz der Welterbestadt zurückstehen, gleichwohl aber eine bedeutende geschichtliche Epoche Bambergs und Oberfrankens repräsentieren. Zu ihnen zählt die Gruppe von Fabrikationsgebäuden in der Zollnerstraße, die im Jahre 1897 von dem damals führenden Bamberger Architekten Gustav Häberle (1853–1930) geplant und errichtet wurden. Die Fabrikgebäude umfassen ein zweigeschossiges Lagerhaus, das Kesselhaus und die Fertigungshalle. Durchweg zeichnen sie sich durch großzügige, bis zu 3,80 m reichende Raumhöhen aus. Im Lagerhaus und im Kesselhaus haben sich auch noch Teile der Fabrikationsanlage erhalten. Die Fertigung wurde 1970 eingestellt. Von da an unterblieb jeglicher Bauunterhalt. Das Ensemble war dem Verfall preisgegeben. In diesem Zustand erwarben Stephan und Andrea Fiedler das Anwesen, um es instand zu setzen.

Die Revitalisierung stand von Anfang an unter der Maßgabe, die Nutzungsgeschichte der Fabrikanlage ablesbar zu belassen. Dies bedeutete, dass die Raumaufteilung sowohl in der Fläche wie in der Höhenentwicklung erhalten werden sollte. Auch sollten unabdingbar notwendige Einbauten so gestaltet werden, dass sie wieder entfernt werden können. Die technischen Anlagen sollten, wenn irgend möglich, in den Gebäuden an Ort und Stelle belassen werden. Diese Vorgaben führten zu dem Entschluss, Wohnungen in den vorhandenen Altbaubestand zu integrieren. Die Instandsetzung und Revitalisierung der Fabrikanlage in der Schweitzerstraße in Bamberg wurde gleichermaßen mit Behutsamkeit wie mit Leidenschaft über acht Jahre hinweg von 2001 bis 2009 betrieben. Es gelang, den Charakter der Industrieanlage aus der Gründerzeit zu erhalten. Mit einfachen Mitteln konnten so, ohne jegliche Einbuße an Wohnkomfort hinzunehmen, auch Gebäude einer ehemaligen Industrieanlage mit neuem Leben erfüllt werden.

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