Denkmalpreis 1994

Gerberhaus in Nördlingen

Das Gerberhaus in Nördlingen wurde in den Jahren 1591 bis 1593 erbaut. In einem ersten Bauabschnitt errichtete man die vordere Hälfte zur Gerbergasse, in einem zweiten den hinteren Teil zum Eger-Bach. Die Außenmauern des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses bestehen aus Ziegelmauerwerk, aus Sichtfachwerk das zweite Obergeschoss und die Giebeldreiecke. Der Dachstuhl ist als zweifach liegender Stuhl mit verblatteten Holzverbindungen ausgeführt. Ein weitgehend unveränderter Grundriss zeichnet die innere Struktur des Anwesens aus. Die ursprüngliche Funktion der verschiedenen Räume kann noch bis heute abgelesen werden. Das Haus stand in den 80er Jahren zum Verkauf. Die Statik war aus den Fugen geraten. In dieser schwierigen Situation erwarb der Steinmetzmeister Michael Scherbaum das Gebäude mit dem Ziel, es unter Einsatz traditioneller, handwerklicher Methoden instand zu setzen und einer neuen Nutzung zuzuführen.

Das Grundmauerwerk wurde trockengelegt. Die Fundamente ergänzte man, wo notwendig. Daraufhin erfolgte die Wiederherstellung der Fachwerkinnen- und -außenwände. Die Deckenbalkenlage wurde wieder ins Lot gebracht. Nach vier Jahren behutsamer, detailgetreuer Wiederherstellung schloss man die Außeninstandsetzung mit der historischen Deckung des Gebäudes ab. Im Inneren achtete der Eigentümer darauf, dass bei Innenausbau und -ausstattung mit Elektro-, Sanitär-, und Heizungsinstallationen die neuzeitlichen Elemente als Hinzufügung zur historisch vorhandenen Substanz sichtbar blieben.

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