Denkmalpreis 2000

Das „Mötzel’sche Haus“ in Nördlingen

Eines der schönsten Patrizierhäuser Nördlingens besteht strassenseitig aus einem Haupthaus, das bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreicht, einem hofseitigen Anbau von 1633, der so genannten Abseite, sowie einer kleinen Gartenanlage. Das mächtige, durchgängig in Fachwerkkonstruktion errichtete Haupthaus beherrscht mit seinem dreifach vorkragenden Giebel die Straße.

Ebenso eindrucksvoll gestaltet sich die Innenausstattung. Sie baut auf einem dreischiffigen Grundriss im Erdgeschoss auf. Von diesem führt ein mit Wanddekorationen des mittleren 16. Jahrhunderts geschmückter Treppenraum in die Obergeschosse. Aus der Zeit um 1600 stammen prächtige Türausstattungen mit flankierenden Pilastern und Architraven. Der gartenseitige Raum im Erdgeschoss des Haupthauses wurde um 1690 mit einer reichgeformten Stuckdecke ausgestattet.

Annemarie Schmidtmayer erwarb das Gebäude, um es instand zu setzen. Mit weit überdurchschnittlichem Engagement widmete sie sich zusammen mit ihrem Ehemann über Jahre hinweg einer durchgreifenden Sicherungsmaßnahme. Strengste denkmalpflegerische Anforderungen wurden dabei von Anfang an beachtet. So gelang es, den originalen Grundriss beizubehalten. Sämtliche historische Ausstattungsdetails, angefangen bei der Stuckdecke bis hin zu den kostbaren Wanddekorationen, wurden sorgfältig restauriert. Trotz der außerordentlichen fachlichen Anforderungen konnten eine allen modernen technischen Anforderungen gerecht werdende Arztpraxis in das Erdgeschoss integriert und ausreichend Wohnräume für die vierköpfige Familie in den Obergeschossen eingerichtet werden. Die durchweg gelungene Instandsetzungsmaßnahme rang den Eheleuten Dr. Schmidtmayer erhebliche persönliche wie wirtschaftliche Opfer ab.

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