Denkmalpreis 1991

Bürgerhaus in Passau, Museum Moderner Kunst

„Die Gegenwart muss etwas tun, um das Heute darzustellen.“ Aus dieser Überzeugung heraus gründete Hanns Egon Wörlen 1987 in Passau die Stiftung Wörlen. Ziel war es, der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts eine Heimat zu geben – in Verantwortung gegenüber dem Standort an der Nahtstelle zwischen West und Ost. Schon durch den Vater, den Maler und Graphiker Georg Philipp Wörlen (1886–1954), gehörte der Umgang mit Kunst und Künstlern für Hanns Egon Wörlen zu den Selbstverständlichkeiten.

Zur Museumsgründung führte aber ein Zufall. Mitte der 80er Jahre erhielt Architekt Wörlen von der Stadt den Auftrag, das Haus Bräugasse 17 so zu renovieren, dass die historische Substanz erhalten bleibt, zeitgemäßes Wohnen jedoch möglich ist.

An dieser Aufgabe scheiterte der Architekt – und machte zugleich den Weg frei für das Museum Moderner Kunst. Wörlen erkannte nämlich, dass das repräsentative Gebäude heutigen Wohnansprüchen nur unter erheblichen denkmalpflegerischen Verlusten genügen könnte, andererseits mit seinen großzügigen, um einen Lichthof gelegenen Räumen ideale Museumsvoraussetzungen bietet. Wörlen erwarb das Haus und brachte es – zusammen mit 1.000 Bildern seines Vaters und dessen Malerfreunden in die Stiftung Wörlen ein. In den folgenden Jahren wurde das aus vier ehemals selbständigen Häusern bestehende Anwesen detailfreudig restauriert. Wo immer es ging, wurden die Zeugen aus romanischer und gotischer Zeit, aus Renaissance und Barock zur Geltung gebracht. Wo notwendig, wurde im Stil des ausgehenden 20. Jahrhunderts ergänzt. Als das Museum Moderner Kunst – Stiftung Wörlen am 8. Juni 1990 eröffnet wurde, ist klar, dass hier ein ehemals zum Kloster Niedernburg gehörendes Gebäude eine ihm gebührende neue Nutzung erhalten hat.
(Text: Julia van den Broek)

 

Museum Moderner Kunst

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